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Gladiatoren im antiken Rom

-ein Blog von Lukas und Michael

 


1.12.15 23:57, kommentieren

1. Definition


Gladiatoren waren gewöhnlich zum Tode verurteilte Verbrecher, Sklaven, Kriegsgefangene oder auch freiwillig ausgebildete Kämpfer.  Das Wort "Gladiator" stammt aus dem Lateinischen "Gladius" und bedeutet "Kurzschwert". Wenn mehrere Gladiatoren gegeneinander kämpfen nennt man dies eine Gladiatur. Gladiatorenkämpfe fanden in der römischen Antike statt (264 v. Chr. - 400 n. Chr.).


1 Kommentar 20.11.15 19:51, kommentieren

2. Ursprung

Bereits 264. v. Chr. fanden die ersten Gladiatorenkämpfe in Rom statt. Ursprünglich ließen zwei adelige Söhne zu Ehren ihres Vaters, auf dessen Bestattung Sklaven gegeneinander kämpfen.

Diese erste Form der Gladiatorenkämpfe wurde neben den Scheiterhaufen der Toten abgehalten. Schon bald wurde diese Art der Totenehrung unter dem römischen Adel beliebt.

Nach dem Sturz Cäsers wurden die bisher privat finanzierten Kämpfe nun für die Unterhaltung des allgemeinen Volkes ausgelegt. Diese Duelle fanden neben Wagenrennen, Theateraufführungen und Tierhetzen in der Öffentlichkeit statt und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Die Veranstaltung von Gladiatorenkämpfen wurde mit der Zeit, insbesondere unter dem Einfluss von Kaiser Augustus, immer mehr zu einem kaiserlichen Privileg. Die Gladiatoren wurden lediglich durch die Bewunderung des Volkes entlohnt, wenn sie gut gekämpft hatten.

Die Besitzer der Gladiatoren nannte man "lanistae". Sie vermieteten ihre Kämpfer zu hohen Preisen während der Festspiele.


20.11.15 20:21, kommentieren

3. Verschiedene Gattungen

Es gab unterschiedliche Gladiatoren, deren Ausrüstung oftmals den von Kriegern gegnerischer Völker ähnelte. Die unterschiedlichen Gattungen unterschieden sich in Form der Schilder, Schwerter und Helme. Es gab sechs Haupttypen von Gladiatoren. Weitere wurden diesen nachempfunden.

Beliebt waren vor allem asymmetrisch Duelle. Man sah lieber Kämpfe zwischen Gladiatoren, die unterschiedlich bewaffnet waren. Dem Publikum ging es nicht darum möglichst viel Blut, sondern einen ausgeglichenen, technisch hochwertigen Kampf zu sehen. Es wurde auch darauf geachtet, dass die Kämpfer ähnlich stark waren, um das Duell spannender zu gestalten.

Zu den Hauptgruppen der Gladiatoren gehörten:

 

Der Samnit:

Er trug einen offen Helm mit Wangenklappen, der häufig mit Federn verziert war. Seine weitere Ausrüstung war eine Brustplatte aus Metall, ein Panzerhandschuh am Schwertarm und Beinschienen. Desweiteren hatte er einen großen ovalen oder rechteckigen Schild. Bewaffnet war er mit einem geraden Schwert. Selten kam es vor  das der Samnit eine Lanze bei sich trug.


 

Der Retiarier:

Der am wenigsten gepanzerte Gladiator wurde auch Netzfechter genannt. Er trug zur Verteidigung einen Armpanzer und ein Schulterschild. Seine Waffen waren das Wurfnetz, ein Dreizack und ein langer Dolch für den Nahkampf. In seinem Aussehen sollte er an Neptum, dem Gott des Meeres, erinnern.

 


 Der Secutor:

Die Ausrüstung des Secutors ähnelte der des Samnits, nur der Helm unterschied sich. Er war rund und nicht verziert. Deshalb kämpften Secutoren oft gegen Retiarier, da sich deren Netze nicht in ihren Helmen verfangen konnten.

 

1.12.15 20:48, kommentieren

4. Regelungen und Abläufe der Kämpfe

Bei den Gladiatorenspielen wurde von den Teilnehmern stets höchster Einsatz erwartet. Kämpfte ein Gladiator schlecht oder feige wurde er meist nach dem Kampf mit dem Tod bestraft. Wenn er jedoch tapfer und ehrenvoll kämpfte und dennoch verlor, hatte er die Möglichkeit um Gnade zu bitten.

Das Publikum konnten nun über sein Leben entscheiden. Hob ein Großteil der Besucher den Daumen bei der Abstimmung nach oben, dann durfte er weiterleben. Wenn jedoch die Mehrzahl der Gäste ihren Daumen nach unten hielten, erhielt der Gladiator einen sogenannten Gnadenstoß und wurde hingerichtet.

Gelang es einem Gladiator durch spannende und aufregende Kämpfe die Gunst des Publikums zu gewinnen, dann hatte er bessere Chancen bei einer Niederlage begnadigt zu werden. Den Siegern, unter denen auch Verbrecher, Sklaven und Gefangene waren, konnte sogar die Freiheit bzw. die Löschung ihrer Strafe gewährt werden.

So war es zum Beispiel teilweise üblich, dass nach drei Jahren Gladiatorenkämpfe, dem Gladiator die Freiheit geschenkt wurde. Diese Tatsachen werden oft in den Hollywoodproduktionen über Gladiatoren falsch dargestellt.


1.12.15 21:19, kommentieren

5. Austragungsorte der Kämpfe

Zunächst wurden die Spiele auf öffentlichen Märkten und Plätzen abgehalten. Die schnell wachsende Beliebtheit der Kämpfe erforderten schon bald eigene Veranstaltungsstätten.

Daraufhin wurden neue multifunktionale Arenen errichtet. Amphitheater, welche bei Bedarf geflutet werden konnten, boten Platz für mehrere tausende Zuschauer. Darin wurden Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe und sogar Seeschlachten vorgeführt.

 

 

 

Das Kolosseum:

Das wohl bekanntestes und bis heute erhaltene Amphitheater, aus der Zeit der Gladiatoren, ist das Kolosseum in Rom.

Errichtet wurde es 71-80 n. Chr. auf dem Fundament der ehemaligen Palastanlage des verhassten Herrschers Nero.

Das ovale vierstöckige Bauwerk sollte alle davor errichteten Arenen übertreffen. Es maß 190 x 150 Meter und umschloss eine Arenafläche von 90 x 55 Meter.

 

 

Das hauptsächlich aus Stein und speziellen Beton erbaute Amphitheater konnte bis zu 50.000 Zuschauer fassen. Durch die ausgeklügelte Anordnung von Korridoren und Ausgängen konnten die Zuschauer innerhalb von wenigen Minuten evakuiert werden.

Die untersten Ränge dieses gigantischen Bauwerkes waren dem Kaiser, hohen Beamten und Priestern vorbehalten.Darauf folgten die wohlhabenden Bürger Roms. Besitzlose und Frauen saßen auf den obersten Rängen.

 

Besonders beliebt waren spektakuläre Szenarien mit exotischen Tieren und Kämpfern. Ein komplizierte Systeme aus Aufzügen und Falltüren ermöglichte es innerhalb von kürzester Zeit eine komplett neue Kulisse zu errichten. So wurde aufwendig mit zahlreichen Requisiten ganze Landschaften nachgebildet.

Ursprünglich konnte die Kampffläche sogar geflutet werden, um ganze Seeschlachten zu inszenieren.  Dies war später durch den Ausbau der Kellerräume nicht mehr möglich. Unter dem Kolosseum befanden sich nun zahlreiche Versorgungsschächte, Kerker und Käfige mit für den Kampf bestimmten Gefangenen und Tieren.

Eingeweiht wurde das Kolosseum Romanum um 80 n. Chr. von Kaiser Titus.  Die Spiele gingen, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, insgesamt unvorstellbare 123 Tage. Mit der Zeit wurde das Spektakel immer brutaler. Elefanten, Tiger, Löwen, Bären und Menschen bekämpften sich grausam bis zum Tod.

 


1 Kommentar 20.11.15 22:01, kommentieren

6. Arten von Kämpfen

Es gab unterschiedliche Arten von Gladiatorenkämpfen. Es kämpften Gladiatoren gegen Gladiatoren oder Menschen gegen Tiere. Aber auch Kämpfe ausschließlich zwischen Tieren wurden vorgeführt. Eine besondere Attraktion war die Seeschlacht.

Die Kämpfe mit oder zwischen Tieren wurden mit der Absicht veranstaltet eine Jagd nachzuahmen und somit das Publikum zu unterhalten. Diese Art der Kämpfe fanden oft zu Begräbnisfeiern oder Triumphspielen statt und wurden anfangs im Circus aufgeführt.

 

Später, als durch die Expansionszüge der Römer im Mittelmeerraum die ersten exotischen Tiere (Löwen, Panther, Leoparden, Elefanten, etc.) nach Rom gebracht wurden, entstand eine Vorliebe für Tierkämpfe in Arenen.

Anstatt Gladiatoren wurden meist zum Tode verurteilte Verbrecher den wilden Tieren ausgeliefert. Die auch treffend als die "zum Tode Geweihten" betitelten hatten keine Chance das Schlachtfeld lebend zu verlassen.

 

Das außergewöhnlichste und seltenste Spektakel war die Seeschlacht. Dafür wurden ganze Arenen künstlich mit Wasser geflutet oder extra zu diesem Zweck Seen angelegt.

Unter diesen Begebenheiten konnten ganze Flotten gegeneinander antreten. Oft wurden historische Szenarien nachgespielt, bei denen aber von vornherein klar war, wer gewinnen wird.

Im Jahre 438 n. Chr. wurden die Gladiatorenspiele endgültig von den christlichen Kaisern abgeschafft. Schätzungen nach kamen bei den Spielen und Gladiatorenkämpfen insgesamt über 700.000 Menschen ums Leben.

 

1 Kommentar 1.12.15 22:25, kommentieren